Insolvenz der Firma Kaiser Werkzeugbau GmbH
Insolvenz des Lauchringen Familienunternehmen Kaiser Werkzeugbau GmbH

Kaiser Kunststofftechnik in Lauchringen insolvent: Ein weiteres Traditionsunternehmen unter Druck
Die Meldung trifft den Hochrhein in einer Zeit, in der viele mittelständische Industriebetriebe ohnehin unter hoher Last arbeiten: Die Kaiser Kunststofftechnik in Lauchringen ist nach jahrzehntelanger Tätigkeit am Markt insolvent. Der Betrieb tritt öffentlich unter „Kaiser-Tech“ auf und beschreibt seine Wurzeln bis 1975 – damit steht das Unternehmen für mehr als 50 Jahre industrieller Fertigungserfahrung in der Region.
Nach Brancheninformationen wurde über das Vermögen der Franz Kaiser Werkzeugbau GmbH (Lauchringen) durch das Amtsgericht Waldshut-Tiengen am 1. September 2025 das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Wirtschaftsprüfer Uwe Kaiser (Bücheler & Kollegen, Dachsberg) bestellt. Als Gründe werden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung genannt; Gläubiger sollten Forderungen bis 10. Oktober 2025 anmelden.
Für Lauchringen und die umliegenden Gemeinden ist das mehr als eine formale Gerichtsnotiz. Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau sind typischerweise eng in regionale Zulieferketten, Instandhaltung, Logistik sowie in Ausbildungs- und Fachkräfteökosysteme eingebunden. Kaiser-Tech beschreibt sich als Anbieter von Spritzguss-Kunststoffteilen und Werkzeugbauleistungen für mehrere Anwendungsfelder – unter anderem Automobil, Medizin, Elektrotechnik, Bauwesen sowie Industrie- und Verpackungstechnik.
Gleichzeitig fällt die Insolvenz in ein Umfeld, das gesamtwirtschaftlich klar angespannt ist. Creditreform berichtet für 2025 von 23.900 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland (Anstieg gegenüber dem Vorjahr) – ein Niveau, das als besonders hoch eingeordnet wird. Auch Destatis meldete zuletzt einen deutlichen Zuwachs bei beantragten Regelinsolvenzen (Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat). Für die Kunststoffindustrie wird die Lage zudem als „unter Druck“ beschrieben: Produktion kann sich punktuell stabilisieren, während Umsatz- und Kostendruck sowie schwache Nachfrage in wichtigen Abnehmerketten die Prognose belasten.